Begriff Kindeswohl

Heute, am 20. November, ist der Internationale Tag der Kinderrechte. Anlässlich dieses Tages hat das Netzwerk Kinderrechte Schweiz ein paar Punkte festgehalten, die ihrer Meinung nach Handlungsbedarf haben.

Unter anderem fordern sie eine Klärung des Begriffs Kindeswohl und die Entwicklung standardisierter Hilfestellungen für Behörden und Gerichte zu dessen Auslegung.

Bei den Fortbildungen von Kinder mittendrin stelle ich fest, wie oft sich viele Leute mit dem Begriff Kindeswohl schwertun. Dieses Wort wird dann unterschiedlich ausgelegt, anders verstanden oder aber die Teilnehmenden haben sich bislang noch nicht vertieft mit dem Wort auseinandergesetzt. Verständlicherweise, denn es existiert keine präzise Definition.

  • Was ist Kindeswohl?
  • Gibt es eine Definition?
  • Ab wann spricht man von einer Gefährdung des Kindeswohl?

Diese Fragen beschäftigen nicht nur Lehrpersonen oder Schulsozialarbeitende, sondern auch Schulleitung und -pflege. Denn wenn es effektiv zu einer Kindeswohlgefährdung kommen sollte, sind sie diejenigen, die im Namen der Institution Schule eine Meldung machen müssen. Daher ist es wichtig, sich mit dem Begriff Kindeswohl auseinander zu setzen.

Sehr vereinfacht kann man sagen, dass der Begriff in einem ganzheitlichen Sinne das Wohlergehen eines Kindes umschreibt. Üblicherweise beinhaltet er die Gewährleistung des körperlichen, sittlichen, geistigen oder psychischen Wohls, im Sinne einer gedeihlichen und förderlichen Entwicklung. Es ist jedoch ein Ermessensbegriff. Je nach Situation ist es unterschiedlich, was dem Kindeswohl am besten entspricht.

Sie sehen also, weshalb das Netzwerke Kinderrechte Schweiz findet, es bedarf einer konkreten Definition: Wenn schon unklar ist, was genau das Kindeswohl ist, wie soll man entscheiden, wann dieses gefährdet ist?

Nicole Häuptli, Projektleitung

2018-11-20T16:09:12+00:00