Eltern 2016-10-18T06:53:02+00:00
Jan und Lisa verstecken sich unter dem Bett. Lisa weint. Aus dem Wohnzimmer sind laute Stimmen zu hören. Heute donnerts aber wieder gewaltig, denkt Jan und versucht seine kleine Schwester zu trösten.

Eltern wollen für ihre Kinder das Beste

Eltern tun ihr Möglichstes für ihre Kinder. In Familien mit häuslicher Gewalt kann das sehr schwierig  sein. Kinder, die in einer Familie mit häuslicher Gewalt aufwachsen, leiden unter der Situation. Sie bekommen die Gewalt zwischen den Eltern mit.

Nicht selten werden auch die Kinder verletzt, sei dies seelisch oder körperlich. Sie geben sich gar die Schuld an der Gewalt zwischen den Eltern. Sie fürchten sich vor den Konsequenzen, wenn eine aussenstehende Person von der häuslichen Gewalt erfahren würde.

Für betroffene Eltern ist das Thema meist mit Scham behaftet, obwohl in der Schweiz mindestens jede fünfte Frau und auch Männer Gewalt erfahren.

Bleiben Sie nicht allein. Wenden Sie sich an eine Vertrauensperson oder eine Fachstelle. Holen Sie sich Unterstützung, bevor es kracht. Damit sind sie ein gutes Vorbild für ihre Kinder.

Was die Kinder mitbekommen

  • Kinder sind feinfühlig, sie spüren viel, selbst wenn sie noch Säuglinge sind. Kinder merken, wenn über lange Zeit ein Klima von Angst herrscht.
  • Böse Worte und Zynismus in der Familie treffen und verunsichern sie tief, auch wenn sie lächeln, sich Mühe geben, gut zu sein und alles tun, um zu helfen.
  • Kinder beobachten ihre Eltern, weil sie dadurch auch viel lernen. Sie deuten Bewegungen, die Mimik der Gesichter, Körperhaltungen, sie sehen Tränen, bemerken gebrochene Stimmen, spüren, wenn sie angelogen werden.
  • Kinder übernehmen die Schuld an der seelischen und körperlichen Gewalt in der Familie. Sie denken, dass wenn sie bessere Kinder wären, die Eltern auch besser auskommen würden.

Was bemerkt Ihr Kind? Finden Sie es heraus, machen Sie sich Gedanken darüber.

Das hilft Kindern

  • Verhalten Sie sich nicht so, als wäre nichts. Sagen Sie, dass es schwer ist, dass das was geschieht nicht gut ist.
  • Ermutigen und erlauben Sie Ihrem Kind, mit anderen über die Dingen zu reden, die bedrücken. Vielleicht ist die Gotte oder der Götti die geeignete Person, mit dem Ihr Kind gut reden kann.
  • Zerstören Sie die Beziehung unter den Geschwistern nicht, indem sie eines an sich binden.
  • Schreien und Schweigen ist sehr schlimm für ein Kind. Es verliert den Boden unter den Füssen. Zeigen Sie ihm, dass das zwar passieren kann, jedoch nicht ok ist. Entschuldigen Sie sich. Erlauben Sie dem Kind, sich in solchen Situationen zu distanzieren.
  • Körperliche und psychische Gewalt sind keine Erziehungsmittel
  • Zynismus oder Ironie verstehen Kinder nicht, sie verletzen und demütigen tief
  • Schieben Sie nicht die Schuld auf das Kind
  • Kinder nicht blossstellen
  • Zwingen Sie Ihr Kind nicht, sich mit Ihnen zu solidarisieren, hetzten Sie es nicht gegen den anderen Elternteil auf.

Überdenken Sie Ihre momentane Lebenssituation. Wo können Sie Ihre Kinder unterstützen, damit sie diese schwere Zeit gut bewältigen und verstehen können?